Barbara Ludwig

Barbara Ludwigs erstes Buch war das autobiographische „Zum Weinen ist die Zeit zu schade“, das 2005 erschien. Danach wandte sich die in Berlin aufgewachsene Münchnerin dem Krimigenre zu und schrieb „Tatort Kalabrien“, Tatort Oktoberfest“ und zuletzt „Tatort Mallorca“. Der 2008 erschienene Krimi „Tatort Mallorca- Die Tote in der Mönchsbucht“ spielt in Paguera, im Südwesten der Insel. Im Moment schreibt Barbara Ludwig an ihrem zweiten Mallorca-Krimi.

Interview:

DBM: Barbara, Sie schreiben ja schon seit über zehn Jahren Bücher. Was hat Sie dazu bewegt die Autorenlaufbahn einzuschlagen? 

Barbara: Der Spaß, Geschichten zu erfinden und mich in andere Figuren hineinzuversetzen. Mein erstes Buch habe ich mit Herzblut geschrieben. Bis es fertig war, vergingen fünf Jahre. In dieser Zeit habe ich so viel wie möglich über das Handwerk „Schreiben“ gelernt. Ein Prozess, der noch immer anhält und meine Neugier auf Neues wach hält.

DBM: War ihr Schreibtalent eine versteckte und neu entdeckte Fähigkeit und späte Leidenschaft, oder war das Schreibenlernen ein Prozess, den Sie durchlaufen mussten? 

Barbara: In meinem Leben vor dem Schreiben habe ich oft vom Schreiben geträumt. Als Kind habe ich Geschichten erfunden und sogar einmal einen Preis gewonnen. Als junge Frau habe ich einen Roman angefangen und nie vollendet, später gab es noch ein weiteres unvollendetes Projekt.

DBM: Bei welchem Ihrer Bücher steckt am meisten Arbeit, oder wenn man möchte auch „Herzblut“ drin?

Barbara: Leidenschaft steckt in allen meinen Romanen. Ich lebe mit den Figuren. Jetzt im Augenblick wieder mit Commissario di Flavio, mit Ulla, die sich oft in schwierige Situationen hereinmanövriert oder manövriert wird, und mit ihrem Lebensgefährten Enno, der als verdeckter Ermittler arbeitet und dieses Mal unter Lebensgefahr als Fluchthelfer in Mali agiert. Ich schreibe gerade an dem großen Finale des Thrillers. 

In den letzten vier Jahren war ich mit Veronica Franco im Venedig der Renaissance unterwegs und es war großartig für mich, für die Romanbiografie in drei Bänden auf ihren Spuren zu wandeln. Die Poetin und Kurtisane Veronica Franco ist keine Erfindung, sondern hat tatsächlich gelebt und ist eine wirklich bemerkenswerte moderne Frau. Interessante Parallelen zur heutigen Zeitgeschichte: Globalisierung durch den Buchdruck, eine Verschiebung der Machtverhältnisse durch die Eroberung Amerikas und die Bedrohung durch die Osmanen. Spannend: Spaniens Rolle in der Schlacht von Lepanto, der entscheidenden Schlacht um das Mittelmeer. Sie sehen, Geschichte ist mein Thema.

DBM: Sie schreiben gerade auch an einem weiteren Krimi. Warum spielt dieser auch auf Mallorca?

Barbara: Wenn ich irgendwo Urlaub mache, lese ich gern Sachen, die vor Ort spielen und ich denke, da bin ich nicht allein. Ich genieße jedes Jahr ein paar Wochen auf Mallorca und so liegt es nahe, eine neue Geschichte hier anzusiedeln. 

Ulla steht wieder im Mittelpunkt. Sie träumt davon, in Mallorca ein neues Leben zu beginnen, will nicht länger auf ihren Enno warten, von dem es heißt, er hätte die Seiten gewechselt. Als ihr ein Buchvertrag für ihre Lebensgeschichte angeboten wird, ahnt sie nicht, dass man sie unter diesem Vorwand nach Mallorca lockt und dass sie Teil eines perfiden Racheplanes ist, in dessen Fokus Enno steht. Aber wie das bei Ulla so ist, es kommt immer anders als sie, und dieses Mal auch der Drahtzieher, denkt. Bombenalarm am Flughafen und die Bombe wird ausgerechnet in Ullas Handkoffer gefunden! Aber das ist erst der Anfang. 

In meinem neuen Buch entführe ich die Leser wieder nach Paguera, aber auch in den Port Adriano, nach El Toro, Palma, nach Soller und nach Esporles.

DBM: Haben Sie literarische Vorbilder oder ein Lieblingsbuch, dass Sie weiterempfehlen würden?

Barbara: Ich lese unheimlich viel und ganz querbeet, nicht nur Krimis. Gerade habe ich von Josef Conrad Das Herz der Finsternis, eine wundervolle Geschichte, entdeckt. Bei den Krimautoren finde ich Charlotte Link großartig und bewundernswert. Bei ihr stehen die Figuren im Mittelpunkt und daraus entwickelt sich die Geschichte. Das fesselt mich. Beim Schreiben gehe ich ähnlich vor. Warum begeht jemand ein Verbrechen, wie kommt er dazu? Die Beweggründe, die Psychologie fasziniert mich. Und nicht zu vergessen die Liebe. Sie ist ein großer Motor und ein gewaltiges Gefühl, das Auslöser für ein Verbrechen sein kann. Sie spielt in allen meinen Büchern immer die entscheidende Rolle.

In „Tatort Mallorca- Die Tote in der Mönchsbucht“ reist Ulla Hönig nach Mallorca, um auf einem Schamanenkongress in Paguera ihr Buch über Heilkräuter vorzustellen. Allerdings wird der Urlaub mit Freundin Julia von dem Fund einer weiblichen Leiche in der nahen Mönchsbucht überschattet. Comissario Di Flavio, beschäftigt bei Eurocop und auf der Insel, um junge europäische Polizeibeamte auszubilden, unterstützt die mallorquinische Polizei bei den Ermittlungen. Es stellt sich die Frage, ob die seltsam zugerichtete Frau einem Ritualmord zum Opfer fiel und die Ereignisse vielleicht sogar mit dem Schamanenkongress in Verbindung stehen. 

Barbara Ludwig beschreibt die Insel und ihre schönsten Ecken so lebhaft, dass das Buch auch als Reiseführer während des Inselurlaubs dienen kann und dem Leser die Schauplätze allein durch die Lektüre schon vertraut erscheinen. 

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